Propriozeptionstraining

Das Leben besteht in der Bewegung.
Aristoteles

Die Physiotherapie wird angewendet um Gelenke, Muskeln der Tiere (wieder) beweglicher zu machen. Meist sind das Maßnahmen, die aufgrund einer Problembehandlung ergriffen werden. Doch ähnlich einem Krafttraining beim Menschen kann durch ein Propriozeptionstraining präventiv die Wahrnehmung und die Reaktionsfähigkeit trainiert werden, was vor Verletzungen schützen kann. Die Fitness des Hundes wird gefördert, die Muskulatur verbessert und erhalten. Mit anderen Worten Prävention ist besser als Heilen.

Propriozeptionstraining, was ist das

Dieser Begriff kommt aus dem lateinischen und bedeutet „proprius = eigen“, „recipre= aufnehmen“. Folglich bedeutet das, dass das Tier, die Lage und die Haltung sowie die eigne Bewegung des eignen Körperes im Raum wahrnimmt. Zufolge müssen auch die Körperteile wie Muskeln, Sehnen, sowie Bänder und Gelenke zueinander wahrgenommen werden.

Wie funktioniert Propriozeptionstraining

Unser Gehirn ist ständig informiert und in Bewegung. Wir nutzen unseren 6.ten Sinn der Tiefensenibilität. Das bedeutet dass Senoren in den Muskeln, Sehnen, sowie in den Bändern und in den Gelenken ständig Informationen liefern. Diese Propriozeptoren gewährleisten die Wahrnehmung der Stellung und Bewegung des Körpers im Raum. Durch sie gelangen Informationen über Muskelspannung, Muskellänge, Gelenkstellung und Bewegung zum Kleinhirn und zur Großhirnrinde, wo diese unbewusst verarbeitet werden. Es werden entsprechende Befehle an die Muskulatur weitergegeben (Beispielsweise anspannen, entspannen). Diese Informationsübermittlung erfolgt über bestimmte Leitungsbahnen des Nervensystems. Die Geschwindigkeit der Übermittlung kann trainiert werden. Je schneller die Reaktionsfähigkeit, desto größer der Schutz vor Verletzung.

Operation – Training mit Hilfsmittel

Die Propriozeptoren sind oftmals gestört durch Operationen und Implantate der Gelenke. Zum Beispiel bei Bandscheibenvorfällen oder neurologischen Krankheitsbildern. Traning mit unterschiedlichen Untergründen, wie im Wald, oder auf Balancepad, verbessert die Eigenwahrnehmung merklich. Auch Körperbandagen mit Köperbändern helfen durch Farben und leichte Zug- und Druckreize die Körperwahrnehmung des Hundes zu verändern.

Gerätegestützte Therapie

Zur Unterstützung der Therapie werden unterschiedliche Geräte wie u.a. Kreisel, Schaukelbrett, Balance-Matte, Trampolin, Stepper und Cavaletti eingesetzt. Aufgrund der Geräte kann ein besseres Gangbild und ein koordinierter Bewegungsablauf des Hundes erreicht werden. Unter dem Strich führt dies zu einer besseren Belastung und weniger Schmerzen.

Die Geräte unterstützen gezielt bei:

  • Muskelaufbau  und Koordination
  • Stabilisation und zur besseren Körperwahrnehmung
  • Anbahnung eines physiologischen (normalen) Gangbilds
  • Propriozepsis-Training